In unmittelbarer Nähe zur Kreisstadt Siegburg liegt auf der linken Seite der Sieg der zur Gemeinde Sankt Augustin gehörende Ortsteil Buisdorf. Die günstigen Bodenverhältnisse nördlich und südlich der Sieg waren die Voraussetzung für ein frühes Siedlungsgebiet in der vorgeschichtlichen Zeit. Als die ältesten Beweisstücke für das Leben von Menschen im Raume von Buisdorf kann man die Funde von Gräbern mit Beigaben aus dem Zeitraum 1000 bis 150 v.Chr. betrachten.

1066 wurde die Abtei in Siegburg geweiht. König Heinrich IV. beurkundete dem ersten Abt des Klosters, Erpho, am 04. Oktober 1071 zur Sicherung des Handels die Strafgerechtigkeit in einem genau umschriebenen Bezirk um das Kloster und die Fischereiberechtigung. In dem dort erfassten Burgbann wird Buisdorf als Grenzort genannt.
Der Name Buisdorf taucht in den Überlieferungen in verschiedenen Schreibweisen auf, z.B. Boitzenloh, Boitzendorf, Botzdorf, Boisdorf, Busdorf. Er bedeutet "Hof im Walde", was darauf zurückzuführen ist, dass die ganze Siegniederung mit Büschen und Wald bedeckt war. Nach der Rodung des Gebietes entstand somit der Ort Buisdorf. Die Straßenbezeichnungen "In den Eichen", "In der Bitze", "Im Forst" und "Am Buschberg" sind auf die Dorfgeschichte zurückzuführen.
Kaiser Friedrich I. beurkundete am 09. Mai 1174 dem Kloster Siegburg seine Besitzungen, Rechte und Freiheiten. In dem näher bezeichneten Einzugsbereich wird auch Botzenlohe genannt. Somit unterstand das heutige Sankt Augustin-Buisdorf mit seiner Zehntabgabe und der Gerichtsbarkeit dem Abt von Siegburg.
Buisdorf war ein armes Dorf. Außer einigen Ochsen- und Kuhbauern waren die meisten Bewohner Tagelöhner, Leinweber und Fischer. Der Fischfang war noch bis zur Jahrhundertwende 1900 rentabel.
1676 verlor die Abtei Siegburg ihre Reichsunmittelbarkeit. Ihr Gebiet wurde als Unterherrschaft dem Herzog von Berg einverleibt. Nun hatte Buisdorf seinen Zehnt an die Kirche Niederpleis und diese wiederum an das Amt Blankenberg abzugeben.
1754 trat in Buisdorf ein großes Viehsterben auf, dem beinahe der gesamte Viehbestand zum Opfer fiel. Die Dorfbewohner gelobten, ein Kreuz zu Ehren des hl. Georg zu errichten, falls das Viehsterben aufhören sollte. Im Herbst hörte die Seuche tatsächlich auf. Am 23. April 1755 (Georgstag) wurde das Kreuz aufgestellt und eingeweiht. Später wurde das Kreuz durch eine kleine Kapelle ersetzt, die jedoch im Jahre 1934 aufgrund einer Straßenbegradigung abgerissen wurde. Durch die Verehrung des hl. Georg blieb der Wunsch nach einer eigenen St. Georg-Kirche bei der Buisdorfer Bevölkerung erhalten. 1975 wurde ein Kirchenbauverein gegründet und im gleichen Jahr bereits am 7. Dezember der Grundstein für das heutige Kirchengebäude gelegt. Fast genau ein Jahr später - am 11. Dezember 1976 - wurde die St. Georg-Kirche als Filialkirche der Pfarre St. Martinus, Niederpleis, geweiht.
1772 wurde von Theodor von der Pfalz die erste (Holz-)Brücke bei Buisdorf über die Sieg gebaut. Bis zum Neubau der Steinbrücke (in 1854) über die Sieg führte der Weg nach Siegburg noch durch die heutige Michaelsbergstraße zum Deichhaus. Mit dem Bau der Steinbrücke (Eröffnung 10.02.1855) konnte der Fährbetrieb ganz eingestellt werden.
Durch den Reichsdeputationsausschuss im Jahre 1803 wurde die reiche Abtei in Siegburg aufgelöst und damit die Besitzverhältnisse grundlegend gewandelt. Der bis dahin von den Fürsten und Bischöfen bewirtschaftete Besitz ging teilweise oder ganz in erblichen Privatbesitz über. 1815 übernimmt Preußen die Rheinprovinz.
1843 errichtete die Buisdorfer Gemeinde die ersten Schutzdeiche, um die Überschwemmungsschäden der Sieg in Grenzen zu halten. 1880 wurden die Dämme nochmals verstärkt und ausgebessert.
Eine weitere Brücke über die Sieg wurde 1858 für die Eisenbahnstrecke Köln-Frankfurt errichtet. Beide Siegbrücken wurden in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges 1945 gesprengt und an gleicher Stelle, jedoch breiter, wieder neu erbaut.
Im Jahre 1936 wurde mit dem Bau der Autobahn, mit Zu- und Abfahrten in Buisdorf, eine Fernverkehrsverbindung hergestellt, die den Ort zu einem Verkehrsknotenpunkt macht. Die Bestimmung der Stadt Bonn zur Bundeshauptstadt verschaffte auch Buisdorf eine sprunghafte Entwicklung. Durch die Ansiedlung von kleinen und mittelständischen Betrieben in Buisdorf und der näheren Umgebung und der vielen Verwaltungsdienststellen des Bundes und ähnlicher Behörden wurde das früher eher ländliche Gebiet stark geprägt.
Der Ort ist dank der günstigen Lage in verkehrstechnischer Hinsicht gut aufgeschlossen und liegt inmitten des Siegtales am Anfang einer reizvollen Mittelgebirgslandschaft eines Naherholungsgebietes. Es bieten sich gute Gelegenheiten zu Spaziergängen und Ausflügen in die umliegenden Flusstäler der Sieg, Agger, Bröl, das Bergische Land, an den Rhein und das Siebengebirge.
(Quellen: "Die Geschichte von Buisdorf und der näheren Heimat" in: 50 Jahre Schützenbruderschaft St. Georg Buisdorf e.V. 1927 - 1977, Festschrift, ohne Autorenangabe; Stadtarchiv der Stadt Sankt Augustin)