Glasfaserkabel

UGG schränkt Glasfaserausbau in Sankt Augustin ein

UGG kündigt Änderung des Ausbaugebietes in Sankt Augustin an, verabschiedet sich einseitig von der gemeinsamen Absichtserklärung und wird nicht alle Stadtteile wie geplant ausbauen.

Am 24.04.2026 erreichte die Stadtverwaltung eine Nachricht von UGG (Unsere Grüne Glasfaser). Darin teilte UGG der Stadt mit, dass die gemeinsame Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) für den geplanten Glasfaserausbau in Sankt Augustin nicht wie ursprünglich geplant umgesetzt wird. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Absichtserklärung war die Zusicherung von UGG, in allen Stadtteilen Sankt Augustins Glasfaser zu verlegen. Davon nimmt Unsere Grüne Glasfaser in dem Schreiben nun einseitig Abstand. Als Begründung wird lediglich auf veränderte Rahmenbedingungen im deutschen Glasfasermarkt verwiesen. Das ist insbesondere aus Perspektive derjenigen Anwohner, die schon vor längerer Zeit einen Vertrag unterschrieben haben und nun doch keinen Hausanschluss von UGG erhalten werden, ein klarer Wortbruch.

Allerdings zieht sich UGG mit Sub-Unternehmer Artemis nicht unvermittelt aus Sankt Augustin zurück. Das der Stadt von UGG kommunizierte weitere Vorgehen könnte man eher als „Abbremsung“ bezeichnen bzw. als Fokussierung auf Hausanschlüsse statt weiterer Neuverlegung. Konkret ist davon auszugehen, dass in den Straßen, in denen UGG/Artemis schon Leitungen verlegt hat, sich nichts ändert und die Hausanschlüsse wie geplant gelegt werden. In den Straßen aber, in denen UGG/Artemis noch keine Leitungen verlegt hat bzw. für die noch keine Genehmigungen beantragt wurden, wird voraussichtlich auch kein weiterer Ausbau erfolgen. Da UGG/Artemis in einigen Stadtteilen schon vollständig und in anderen teils großflächig Glasfaser verlegt hat, dürften von dieser Änderung (Stand heute) nur kleinere Bereiche bzw. Straßenzüge betroffen sein. Die betroffenen Straßen wurden von UGG allerdings noch nicht benannt. UGG hat der Stadt aber zugesagt, hierfür noch Karten und entsprechende Adressübersichten zur Verfügung zu stellen.

Betroffene Kunden müssen laut UGG nichts tun. Zu den Vereinbarungen mit den Internetanbietern auf dem UGG-Netz informiert der entsprechende Internetdienstanbieter in Kürze direkt. Die im Rahmen abgeschlossener Verträge eingereichten Gestattungserklärungen für Adressen im nun nicht mehr ausgebauten Gebiet kommen nicht mehr zur Anwendung. Die Verfügbarkeit von UGG Glasfaser bzw. die Information, ob die eigene Adresse ggf. betroffen ist, kann über UGG Glasfaser Verfügbarkeit geprüft werden.

„Die UGG hat zugesagt, das ganze Stadtgebiet mit Glasfaser zu versorgen. Nun soll der Ausbau doch nicht flächendeckend erfolgen. Dies ist ein klarer Wortbruch. Von der UGG erwarte ich nun Schadensbegrenzung und eine offene Kommunikation mit ihren Kunden. Als Stadtverwaltung ist es unser Ziel, dass in jeder Straße ein Glasfaseranschluss verfügbar ist. Dieses Ziel werden wir weiterverfolgen“, so Bürgermeister Dr. Max Leitterstorf. „Es ist sehr ärgerlich, dass das Telekommunikationsgesetz des Bundes uns als Stadt nicht die Möglichkeit gibt, die Glasfaserverlegung über einen Anbieter verbindlich im Stadtgebiet sicherzustellen. Stattdessen müssen wir jedem Anbieter eine Aufbruchgenehmigung für unsere Straßen bzw. Wege erteilen. Leider dürfen wir den Ausbau nicht auf einen Anbieter beschränken, der im Gegenzug verbindlich das gesamte Stadtgebiet versorgt.“