Vogel an Tränke

Jetzt besonders wichtig: Erfrischung für Igel, Spatz & Co.

Umweltbüro der Stadt Sankt Augustin ruft zum Aufstellen von Wasserstellen für Wildtiere auf

Seit Wochen ist es warm und trocken, viele natürliche Pfützen und Gräben sind ausgetrocknet. Eine echte Herausforderung für Gartenvögel, Insekten und andere Wildtiere, denn Wasser ist überlebenswichtig. Auch Igel, Eichhörnchen und Eidechsen müssen ihren Durst in der Natur löschen. Das Büro für Natur- und Umweltschutz der Stadt Sankt Augustin empfiehlt daher dringend, Trink- und Bademöglichkeiten für Tiere bereitzustellen und gibt dazu hilfreiche Tipps.

Sichere Trinkquellen für Vögel
„Wer noch nicht aktiv war: Jetzt ist die richtige Zeit, um die Tiere im Garten und auf dem Balkon mit Wasserstellen zu unterstützen. Stellen Sie daher für ihre tierischen Nachbarn eine Tränke auf oder legen Sie einen Mini-Teich zum Beispiel in einer Zinkwanne an“, rät Biologin Birgit Dannefelser. Jede offene Wasserstelle sollte mit einem Ast, Stein oder Stück Holz als Landeplatz und Rettungsinsel für Insekten ausgestattet werden. Kleine Kieselsteinchen im flachen Wasser erleichtern den Zugang etwa für Eidechsen. „Wasserstellen bieten eine hervorragende Möglichkeit zum Beobachten, wenn Gartenvögel wie Buchfink, Amsel oder Kohlmeise kurz zum Trinken einfliegen oder Stare und Haussperlinge sich in Gruppen zum ausgiebigen Planschen einfinden. Das ist mindestens so interessant wie ein rege besuchtes Futterhaus im Winter“, so Dannefelser.
Flache Gefäße wie Suppenteller oder Keramikuntersetzer mit Tiefen zwischen zweieinhalb und zehn Zentimetern sind dabei gute und günstige Alternativen zu gekauften Tränken.

Vogel an Tränke

Saubere Wasserstellen schützen vor Krankheiten
Damit eine Wasserstelle nicht zur Keimschleuder wird, muss das Wasser vor allem bei Hitze täglich gewechselt und die Tränke gereinigt werden. In kleinen Wasserstellen können sich für Vögel tödliche Krankheitserreger schnell vermehren. Eine warme Wasserbrühe zieht außerdem Stechmücken an, die ihre Eier darin ablegen können. Für die Reinigung von Tränken reichen eine Bürste und kochendes Wasser aus. Auf chemische Reinigungsmittel sollte dabei selbstverständlich verzichtet werden. Alternativ können zwei Wasserschalen abwechselnd benutzt und zwischendurch in der Sonne getrocknet werden. Das tötet mögliche Keime ab.

Sicherer Platz für den Piepmatz
Der richtige Platz für eine Tränke ist dort, wo sie für Vögel wie Amsel, Rotkehlchen oder Haussperling gut einsehbar ist. Damit sie bei Gefahr schnell abzwitschern können, sollten Büsche und Bäume in der Nähe sein. „Vögel nehmen eine Tränke nur an, wenn sie sich dort sicher fühlen. Beim Baden sind sie sehr abgelenkt und können leicht zur Beute für anschleichende Katzen werden“ weiß Dannefelser.
Da Vögel die Wasserstellen auch zum Baden nutzen, empfiehlt es sich, einen Stein in die Mitte der Schale zu legen, um den Vögeln den Ausstieg zu erleichtern.

Auch Insekten haben Durst
Auch Insekten sollten nicht vergessen werden: Sie versorgen sich oft über Blütennektar mit Flüssigkeit. Bei Trockenheit enthalten Pflanzen jedoch weniger Wasser, daher müssen Insekten zusätzlich welches aufnehmen. Bienen nutzen Wasser nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Nestbau und zur Abkühlung durch Verdunstungskälte.
„Insekten ertrinken leider oft bei dem Versuch, Flüssigkeit an Wasserstellen aufzunehmen“, erklärt Dannefelser. Eine Keramikschale, die als Insektentränke mit verschiedenen Naturmaterialien wie Steinen, Zweigen und Moos bestückt ist, bietet ausreichende Lande- und Ausstiegshilfen. Die Schale sollte nur so weit gefüllt werden, dass die Steine bis zur Hälfte im Wasser stehen. Auch hier gilt: Das Wasser regelmäßig wechseln und die Schale reinigen.

Mit diesen Maßnahmen kann dazu beigetragen werden, dass Wildtiere die heißen Tage besser überstehen. Für weitere Fragen ist das Umweltbüro der Stadt Sankt Augustin ansprechbar (Tel.: 02241 243-426, birgit.dannefelser@sankt-augustin.de)