Wegekreuz (19. Jahrhundert)
Geschichte
Bis zu der in den 1950er Jahren einsetzenden Bebauung im Bereich zwischen dem Pleisbach, der Martinuskirchstraße und der Friedhofstraße stand das Wegekreuz auf nahezu freiem Feld am Weg zwischen der Brücke an der heutigen Siedlung Jesuitenhof und der Pfarrkirche St. Martinus.
Über die Stiftung dieses wohl im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts errichteten Wegekreuzes ist nichts überliefert. Sehr wahrscheinlich wurde das Wegekreuz von der Gemeinde Niederpleis (Zivilgemeinde) bzw. der Pfarrgemeinde Niederpleis (Kirchengemeinde) errichtet. Ein privater Stifter hätte sicherlich seinen Namen auf dem Wegekreuz anbringen lassen.
Die Inschrift des Wegekreuzes lautet:
"Mein Jesus[,] Barmherzigkeit."
Die Anrufung Gottes durch den Ausspruch „Mein Jesus, Barmherzigkeit!“ fand häufig im Rahmen des Bußsakraments (Beichte) statt. Dieser Ausspruch war eine Variante des Reuebekenntnisses und wurde von den Beichtenden zwischen dem von ihnen abgegebenen Sündenbekenntnis und der schließlich durch den Priester erteilten Absolution ausgesprochen. Papst Pius IX. (1792-1878) gewährte durch Erlass vom 23.09.1846 allen Gläubigen, so oft sie die kurze Anrufung „Mein Jesus, Barmherzigkeit!“ andächtig aussprachen, einen Ablass von 100 Tagen.
Das Wegekreuz sollte wohl die sich auf dem Weg zur Pfarrkirche St. Martinus befindenden Gläubigen an ihre aus damaliger Sicht unverzichtbare stete Bußfertigkeit erinnern.
Daten
Karte
Referenz
Stadt Sankt Augustin (Hg.): Denkmalpflege in Sankt Augustin (=Städtebau im Gespräch, Band 3), Sankt Augustin 1990, S. 60 u. 65 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S02A Denk1A).
Vogt-Werling, Marianne/Werling, Michael: Denkmalpflegeplan für die Stadt Sankt Augustin [=Stadtarchiv Sankt Augustin (Hg.): Geschichte in Sankt Augustin, Band 2), Sankt Augustin 2017, S. 104, 199 u. 553 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S01C 2A).
Die genannte Literatur sowie weitere Informationen finden Sie im Stadtarchiv Sankt Augustin:


