Standort des ehemaligen Meerhofs
Geschichte
Bis 1974 stand im Bereich der jetzigen Wohnhäuser Meerstrasse 41a- 47a der Meerhof. Dieser mit 285 Morgen (Vermessungsergebnis von 1728) größte Hof Mülldorfs gehörte der Siegburger Benediktinerabtei wohl schon seit deren Gründungszeit (11./12. Jahrhundert). Neben ihm besaß die Abtei in Mülldorf noch den Frohnhof, der der führende der Mülldorfer Höfe war, da er das Hofgericht besaß.
Der Name „Meerhof“ kommt von Maierhof (maior monasterii), d.h. er wurde zunächst von einem Klostermeister verwaltet. Der erste urkundliche Nachweis eines Pächters (sog. „Meerhalfe“) datiert von 1510.
Durch Kriege (Truchsessischer Krieg 1583-1588 sowie den Dreißigjährigen Krieg 1618-1648) wurde der Meerhof wie auch die anderen Mülldorfer Höfe in starke Mitleidenschaft gezogen. Die Abtei setzte schließlich bis nach Kriegsende die Pachtzahlungen aus.
Nach der Säkularisierung 1803 wurde der Meerhof wie auch anderes kirchliches Besitztum in Mülldorf durch den Landrat versteigert. Den Zuschlag bekamen der letzte Pächter Wilhelm Clasen und die Brüder Wagner. Letztere erhielten den größeren Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche und Clasen die Gebäude nebst einen kleineren Teil der landwirtschaftlichen Flächen. Clasen musste den Wagners noch einen Bauplatz als Ausgleich zahlen. Auf diesem bauten diese den Lindenhof an der Ecke Bonner Str./Lindenstr.
Clasen wiederum baute 1850 ein neues Wohngebäude mit eigenen Feldbrandsteinen. Dieses wurde wie auch die noch stehende alte Scheune 1974 für den Bau der heutigen Wohnhäuser abgerissen.
Bereits ca. 1860 war der Mülldorfer Pütz (Brunnen) beseitigt worden, der sich beim Backhaus am östlichen Ende des Meerhofs in der Nähe des Arnoldstors befand.
Daten
Karte
Referenz
Henseler, Paul: Vom Recht der kleinen Leute. Die Nachbarbücher der ehemaligen Honschaften des Stadtgebietes von Sankt Augustin [=Stadtarchiv Sankt Augustin (Hrsg.): Sankt Augustin. Beiträge zur Stadtgeschichte, Heft 13], Sankt Augustin 1990, (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S01B 13A).
Roggendorf, Herrmann Josef (Hg.): Heimatbuch der Stadt Siegburg, Band 1, 2. Auflage, Siegburg 1985, S. 290 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / 12N Rogg2).
Scheiffarth, Engelbert: Das Amt Menden, Siegburg 1964, S. 161 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S Sche2).
Schumacher, Wilhelm: 400 Jahre Höfe und Halfen in Müllendorf. Fast eine Familiengeschichte, Siegburg 1985, S. IV, 1, 28ff., 73ff., 179ff., 231, 282ff. (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S22F Schu1).
Werling, Michael und Marianne Vogt-Werling: Denkmalpflegeplan für die Stadt Sankt Augustin [=Stadtarchiv Sankt Augustin (Hg.): Geschichte in Sankt Augustin, Band 2], Sankt Augustin 2017, S. 81ff. (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S01C 2B).
Die genannte Literatur sowie weitere Informationen finden Sie im Stadtarchiv Sankt Augustin:



