Standort des ehemaligen Mülldorfer Frohnhofs
Geschichte
Der Frohnhof existierte wohl schon in der Gründungszeit der Abtei Siegburg im 11./12. Jahrhundert. Er war einer der beiden Mülldorfer Höfe der Abtei und zugleich deren Hofgerichtshof, ab 1742 der einzige für das Kirchspiel Niederpleis, zu dem Niederpleis, Mülldorf und Buisdorf gehörten.
Von 1464 datiert die erste urkundliche Benennung eines Pächters (des sogenannten „Halfen“). Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde der Hof 1628 zerstört. Erst 1653 gab es (mit den Eheleuten Brambach und Mick) wieder einen Pachtvertrag, der später in Erbpacht umgewandelt wurde. 1716 umfasste der Hof beachtliche 278 Morgen.
Nach der Säkularisation 1803 wurde der Hof von Preußen (Eigentümer seit 1816) an die Kölner Familie Dumont verkauft, blieb aber weiterhin an Johann Adolf Keller verpachtet. 1862 und erneut 1936 wechselten die Eigentümerfamilien. Der letzte Eigentümer Eduard Richarz ließ den Rest des Hofes 1970 abreißen, um Platz für die heutige Wohnbebauung zu schaffen.
Daten
Karte
Referenz
Heinekamp, Rudolf: Siegburgs Vergangenheit und Gegenwart, Siegburg 1897, S. 14 und 36 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / 12N Hein1).
Niebel, F.W.: Das Mülldorfer Nachbarbuch von 1710, in: Stadtarchiv Sankt Augustin (Hg): Sankt Augustin. Beiträge zur Stadtgeschichte, Band 1, Sankt Augustin 1982, S. 20-24 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S01B 01A).
Schumacher, Wilhelm: 400 Jahre Höfe und Halfen in Müllendorf. Fast eine Familiengeschichte, Siegburg 1985, S. IV, 27f., 38ff., 64, 119ff., 157ff., 272ff. (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S22F Schu1).
Werling, Michael und Marianne Vogt-Werling: Denkmalpflegeplan für die Stadt Sankt Augustin [=Stadtarchiv Sankt Augustin (Hg.): Geschichte in Sankt Augustin, Band 2], Sankt Augustin 2017, S. 81 und 84 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S01C 2B).
Die genannte Literatur sowie weitere Informationen finden Sie im Stadtarchiv Sankt Augustin:


