Standort des ehemaligen Bödingerhofs
Geschichte
Auf dem Gelände der jetzigen Wohnanlage Alte Bonner Straße 13-17 befand sich zuvor der sogenannte „Bödingerhof“. Mindestens seit dem 14. Jahrhundert hatte hier ein Bauernhof „Oerck“ bestanden, der zunächst zum Bonner Kloster Engelthal gehörte. 1471/1488 ergab sich für das noch junge Kloster Bödingen an der Sieg, ein Augustiner-Chorherren-Stift, die Möglichkeit, den Hof mit 420 Gulden aus diversen privaten Stiftungen (u.a. durch die Familie Overstolz aus Siegburg und Wilhelm von Nesselrode) zu kaufen.
Von 1544 datiert die erste urkundliche Namenserwähnung eines Halfen (Pächters) für diesen Hof. Die Pachtzahlungen für den Hof, der mit ca. 110 Morgen der kleinste der drei Mülldorfer Höfe in kirchlichem Besitz war, wurde zwischen 1625 und 1671 wegen Kriegsereignissen ausgesetzt.
Nach der Säkularisation 1803 und der Zugehörigkeit zu Preußen 1816 übernahm die frühere Pächterfamilie Schumacher den Hof als Eigentümer. Ab 1877 wurde im Hofgebäude die Vorgängerwirtschaft des heutigen „Alt Mülldorf“ betrieben. Die Landwirtschaft wurde 1909 aufgegeben. 2000/2001 musste das renovierte und erweiterte Gebäude der jetzigen Wohnanlage weichen.
Daten
Karte
Referenz
Schumacher, Wilhelm: 400 Jahre Höfe und Halfen in Müllendorf. Fast eine Familiengeschichte, Siegburg 1985, S. 3ff., 10, 83ff., 128ff., 199ff., 231, 295ff. (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S22F Schu1).
Schumacher, Wilhelm: 500 Jahre Bödinger Klosterhof in Mülldorf, 1488-2001, in: Stadtarchiv Sankt Augustin (Hg.): Sankt Augustin. Beiträge zur Stadtgeschichte, Band 36, Siegburg 2001, S.5ff. (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S01B 36A).
Die genannte Literatur sowie weitere Informationen finden Sie im Stadtarchiv Sankt Augustin:

