Wegekreuz von 1790
Geschichte
Das Wegekreuz wurde im 18. Jahrhundert zur Erinnerung an Maria Margaretha Klein aus Buisdorf errichtet, die an dieser Stelle, wohl infolge eines Schlaganfalls, der früher als „Schlagfluss“ bezeichnet wurde, verstorben ist.
Die Inschrift lautet:
"A […] D 20 JUNI IST HIER AN EINEM SCHLACH FLUS DEM HERRN ENDSCHLAFF MARIA MARGRETHA KLEIN VON BUSDORF R I P"
Der Buchstabe „A“ in der ersten Zeile steht als Abkürzung für „ANNO“ („Im Jahr“). Dahinter folgte ursprünglich die aufgrund eines größeren Abbruchs verlorengegangene Jahreszahl. Das „D“ in der zweiten Zeile steht als Abkürzung für „DEN“. Die drei Buchstaben „R I P“ in der letzten Zeile bilden die Abkürzung für den lateinischen Segensspruch „requiescat in pace“ („Er/Sie ruhe in Frieden“).
Ausführung und Stil der Inschrift, insbesondere der geschwungene Mittelteil des Buchstabens „N“ und die Benutzung des moderneren „U“ anstelle des aus dem Lateinischen stammenden „V“ (z.B. „BUSDORF“ anstelle von „BVSDORF“), deuten auf das späte 18. Jahrhundert hin.
In den vier ältesten erhaltenen Kirchenbüchern der Pfarrgemeinde Niederpleis, in denen die jeweiligen Pfarrer die von 1739 bis 1809 in den Pfarrorten Niederpleis, Buisdorf und Siegburg-Mülldorf vorgenommenen Taufen und Eheschließungen sowie die dort eingetretenen Sterbefälle eintrugen, findet sich nur eine einzige Person, die an einem 20. Juni verstorben ist und die Vornamen Maria und Margaretha trug: die am 20.06.1790 verstorbene Maria Margaretha Schmitz. Sie erscheint erstmals im Taufeintrag von Anton Schmitz vom 07.02.1740. Dort werden als dessen Eltern die Eheleute Leonard Schmitz und Maria Margaretha Klein genannt. Die in Buisdorf wohnenden Eheleute hatten acht zwischen 1740 und 1762 geborene Kinder.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei Maria Margaretha Schmitz und der auf dem Wegekreuz genannten Maria Margaretha Klein um dieselbe Person: Maria Margaretha Schmitz, geborene Klein. Die Nennung ihres Geburtsnamens auf dem Wegekreuz ist für Grabkreuze von verheirateten bzw. verwitweten Frauen aus dem 17. und 18. Jahrhundert nicht ungewöhnlich.
Daten
Karte
Referenz
Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Kirchenbücher der Pfarrgemeinde St. Martinus Niederpleis, Taufen 1770-1809 (Digitalisat), (Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, PA 1103, LB 037/02).
Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Kirchenbücher der Pfarrgemeinde St. Martinus Niederpleis, Heiraten 1770-1809 (Digitalisat), (Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, PA 1103, LB 037/03).
Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Kirchenbücher der Pfarrgemeinde St. Martinus Niederpleis, Sterbefälle 1770-1809 (Digitalisat), (Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, PA 1103, LB 037/04).
Stadt Sankt Augustin (Hg.): Denkmalpflege in Sankt Augustin (=Städtebau im Gespräch, Band 3), Sankt Augustin 1990, S. 71 u. 75 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI, S02A Denk1A).
Vogt-Werling, Marianne/Werling, Michael: Denkmalpflegeplan für die Stadt Sankt Augustin [=Stadtarchiv Sankt Augustin (Hg.): Geschichte in Sankt Augustin, Band 2], Sankt Augustin 2017, S. 123 u. 589 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI, S01C 2A).
Die genannte Literatur sowie weitere Informationen finden Sie im Stadtarchiv Sankt Augustin:

