Gefallenendenkmal Buisdorf

Geschichte

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Im Jahr 1932 beantragte der „Ausschuß zur Errichtung einer Gedächtnisstätte für die Gefallenen der Gemeinde Buisdorf“ beim Landrat des Siegkreises die Genehmigung für den Bau einer „Kriegergedächtniskapelle“ und die Abtretung eines hierfür benötigten Grundstücks. Im Laufe der Jahre 1933 und 1934 wurden hierzu verschiedene Entwürfe erstellt, die jedoch nicht angenommen wurden. Gleichzeitig entwickelten sich die Planungen von der ursprünglich vorgesehenen Kriegergedächtniskapelle hin zu einem Gefallenendenkmal.

Schließlich fand ein im Jahr 1935 von dem Kölner Bildhauer Kurt Hertel angefertigter Entwurf die Zustimmung aller Beteiligten. Daraufhin trat der Landrat des Siegkreises das benötigte, bisher zum Steiferhof gehörende Grundstück an die Gemeinde Buisdorf ab und erteilte am 16.09.1935 die Baugenehmigung, bei der es sich jedoch wohl nur noch um eine Formalie handelte, denn bereits wenige Tage später, am 22.09.1935, fand die Einweihung des Gefallenendenkmals statt.

Das in Form eines liegenden Quaders gefertigte Denkmal besteht überwiegend aus grob behauenen Sandsteinquadern. Die beiden Schmalseiten und die an drei Seiten beschriftete, leicht zurückspringende Abdeckung des Denkmals sind aus Basaltlava gefertigt.

Die an der Abdeckung angebrachte Inschrift lautet:
"FÜR FREIHEIT U. EHRE TAPFER U. TREU STARBEN DIE SÖHNE DER GEMEINDE BUISDORF"

Das Gefallenendenkmal trägt die Namen von 85 aus Buisdorf stammenden Soldaten, die im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71), im Ersten Weltkrieg (1914–1918) und im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) gefallenen sind bzw. seitdem als vermisst gelten. An den beiden Längsseiten sind auf jeweils vier unterschiedlich großen, querrechteckigen Tafeln die Namen der Gefallenen des Deutsch-Französischen Kriegs (2) und des Ersten Weltkriegs (33) verzeichnet. Ihre Nennung erfolgt in alphabetischer Reihenfolge. An der nördlichen Schmalseite befindet sich die stilisierte Darstellung eines stehenden Kriegers mit Schwert und Schild. Auf der an der südlichen Schmalseite angebrachten hochrechteckigen Tafel sind die Namen der Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs (50) in chronologischer Reihenfolge aufgeführt.

Ursprünglich stand die Soldatenfigur an der südlichen Schmalseite, und die nördliche Schmalseite war, wie die Längsseiten, steinsichtig. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde an der nördlichen Schmalseite die Tafel für die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs angebracht. Im Rahmen einer 1984 erfolgten Umgestaltung des Dorfplatzes wurde die Ausrichtung des Denkmals dahingehend verändert, dass die Soldatenfigur an die nördliche, und die Tafel für die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs an die südliche Schmalseite versetzt wurden.

Eine Besonderheit des Denkmals stellt die Nennung von zwei Gefallenen des Deutsch-Französischen Kriegs dar. Kein weiteres sich im Gebiet der Stadt Sankt Augustin befindendes Gefallenendenkmal enthält Namen von in diesem Krieg gefallenen Soldaten.

Bearbeiter
Mike Bargel

Daten

Bauzeit
errichtet 1935
Strasse, Hausnummer
Westliches Ende der Oberdorfstraße

Karte

Kriegerdenkmal, Oberdorfstraße, Buisdorf, Sankt Augustin, Rhein-Sieg-Kreis, Nordrhein-Westfalen, 53757, Deutschland

Referenz

Quellen
Stadtarchiv Sankt Augustin, Akte: „Planung und Errichtung eines Gefallenendenkmals in Buisdorf für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges (1932–1939)“ (Stadtarchiv Sankt Augustin, ME 1073).
Stadtarchiv Sankt Augustin, Bauakte: „Frankfurter Str. o.A., Errichtung eines Krieger-Ehrenmals (1935)“ (Stadtarchiv Sankt Augustin, BAU 2739).
Stadtarchiv Sankt Augustin: „Einweihung des Kriegerehrenmales in Buisdorf (22.09.1935)“ (Stadtarchiv Sankt Augustin, SGL 999).
Stadtarchiv Sankt Augustin, Zeitungssammlung: Westdeutscher Beobachter, Ausgabe für Bonn und Siegburg v. 23.09.1935, Artikel: „Buisdorf weihte sein Ehrenmal“.
Vogt-Werling, Marianne/Werling, Michael: Denkmalpflegeplan für die Stadt Sankt Augustin [=Stadtarchiv Sankt Augustin (Hg.): Geschichte in Sankt Augustin, Band 2], Sankt Augustin 2017, S. 127 f. u. 585 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI, S01C 2A).

Die genannte Literatur sowie weitere Informationen finden Sie im Stadtarchiv Sankt Augustin: