Wegekreuz von 1783

Geschichte

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Das Wegekreuz wurde im Jahr 1783 von den Eheleuten Georg Freyhausen und Anna Maria Magdalena Jansen errichtet.

Die Inschrift auf der Rückseite lautet:
"ANNO 1783 GEORGEN FREY HAUSSEN ANNA MARIA MAGDALENA JANSSENS EL"
Die Abkürzung „EL“ steht für „Eheleute“.

Bis zum Jahr 1998 stand das Kreuz etwa 100 Meter weiter südlich auf dem Grundstück Freie Buschstraße 19 (Ecke Freie Buschstraße/Steinkreuzstraße).

Auf der Vorderseite ist der Gekreuzigte (Corpus Christi) im Dreinageltypus dargestellt. Unterhalb des Kreuzes befindet sich eine Frauengestalt, die mit ihrer linken Hand das Kreuz berührt (Gottesmutter Maria oder Heilige Maria Magdalena). Oberhalb des Kopfs des Gekreuzigten befindet sich ein Spruchband mit der Inschrift „I·N·R·I“ (Abkürzung für: „Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum“ = „Jesus von Nazareth, König der Juden“); darüber ein Engelskopf mit Flügeln.
Auf der Rückseite wird der Heilige Georg auf dem Drachen stehend vorgestellt. Mit einem Harnisch (Rüstung) bekleidet, hält er eine Lanze mit dem Georgskreuz-Banner in seiner rechten Hand; darüber ein Spruchband mit der Inschrift „S. GEORGEN“ (Heiliger Georg).

Das Wegekreuz ähnelt in Format, Form und Darstellung zeittypischen Grabkreuzen, jedoch widersprechen Inschrift und Aufstellungsort einer solchen Nutzung des Steins.

Die Auswahl der Darstellung auf Vorder- und Rückseite dürfte aufgrund der Namenspatrone der Stifter erfolgt sein: Der Heilige Georg für den Ehemann (Georg Freyhausen), die Gottesmutter Maria oder die Heilige Maria Magdalena für die Ehefrau (Anna Maria Magdalena Jansen).

Der Grund für die Errichtung des Wegekreuzes lässt sich nicht mehr ermitteln. Möglich wäre ein besonderes Ereignis in der Familie oder der Wunsch der Eheleute, ein für jeden sichtbares Zeugnis ihrer Frömmigkeit zu hinterlassen. Nach älteren Erzählungen der Dorfbevölkerung kam das Kreuz um 1875/76 an seinen vormaligen Standort (bis 1998). Dort soll am 19. Juli 1875 der Schüler Wilhelm Roßbach, geboren am 2. Juli 1864 in Niederpleis, Sohn der Eheleute Franz Roßbach und Margaretha Winterscheid, während seiner Flucht vor einem starken Gewitter, mit einer Sichel auf der Schulter, vom Blitz erschlagen worden sein. Sollte diese Erzählung in Bezug auf den Ort zutreffen, dürfte das Wegekreuz zuvor unweit dieses Standorts gestanden haben und zum Gedenken an dieses Ereignis an den Unglücksort versetzt worden sein.

Bei dem Wegekreuz handelt es sich um den Namensgeber für die Steinkreuzstraße, mit deren Bebauung in den späten 1940er Jahren begonnen wurde.

Bearbeiter
Mike Bargel

Daten

Bauzeit
ursprünglich errichtet 1783, versetzt 1875/76 und 1998
Strasse, Hausnummer
Steinkreuzstraße 17

Karte

17, Steinkreuzstraße, Schmerbroich, Niederpleis, Sankt Augustin, Rhein-Sieg-Kreis, Nordrhein-Westfalen, 53757, Deutschland

Referenz

Quellen
Boß, Waltraud (Bearb.): Ortsfamilienbuch Sankt Augustin, 1652–1993, 3 Teilbände [=Stadtarchiv Sankt Augustin (Hg.): Geschichte in Sankt Augustin, Band 3], 2. Auflage, Sankt Augustin 2025, Teilband 1, Spalte 617 und Teilband 3, Spalte 2072 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S06AC Augu1A).
Freckmann, Klaus/Bölling, Heinz: Alte Grabkreuze im Siebengebirge und an der unteren Sieg, Köln 1983 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / 08A Frec1).
Schulchronik der Volksschule Niederpleis, Band 1: 1870-1933 (Stadtarchiv Sankt Augustin, SCE 39).
Schumacher, Wilhelm: „Et Steene Kröks“ – Ein altes Wegekreuz in Niederpleis, in: Stadtarchiv Sankt Augustin (Hg.): Sankt Augustin – Beiträge zur Stadtgeschichte, Band 31, Fundgrube Vergangenheit, Band III, Siegburg 1999, S. 41-48 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S01B 31A).
Schumacher, Wilhelm: Familienbuch 1739-1875 für die Stadtteile Buisdorf, Mülldorf und Niederpleis, Siegburg 1988, S. 70 u. 230 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S06AC Nied1).
Stadt Sankt Augustin (Hg.): Denkmalpflege in Sankt Augustin (=Städtebau im Gespräch, Band 3), Sankt Augustin 1990, S. 60 u. 68 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S02A Denk1A).
Vogt-Werling, Marianne/Werling, Michael: Denkmalpflegeplan für die Stadt Sankt Augustin [=Stadtarchiv Sankt Augustin (Hg.): Geschichte in Sankt Augustin, Band 2], Sankt Augustin 2017, S. 103 u. 570 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S01C 2A).

Die genannte Literatur sowie weitere Informationen finden Sie im Stadtarchiv Sankt Augustin: