Gasthaus „Haus Sonneck“ und ehemaliger Festsaal
Geschichte
Das Gasthaus, ein traufständiger, zweigeschossiger, dreiachsiger, verputzter Backsteinbau mit Satteldach, zwerchhausartigen Aufbauten, Gesimsgliederung und reicher, überwiegend floraler Stuckierung, wurde im Jahr 1902 errichtet.
Bei dem ursprünglich rechts neben dem Gasthaus stehenden, im Jahr 1904 errichteten Festsaal handelte es sich um einen giebelständigen, ursprünglich teilweise verputzten Backsteinbau mit Satteldach, geschweiftem Giebelaufsatz, Rundbogenfenstern, Gesimsgliederung und Stuckierung.
Das Gasthaus und der ehemalige Festsaal wurden durch den aus Niederpleis stammenden Maurermeister Johann Schopp errichtet, dem im Jahr 1903 die Konzession zum Betrieb der Gaststätte erteilt wurde.
Hinter der Bühne des Festsaals wurde im Jahr 1931 ein Apparateraum angebaut, um zusätzlich Lichtspielvorführungen abhalten zu können.
Als Eigentümer und Gastwirte nach Johann Schopp (1902–1907) sind bekannt:
Joseph Wassenberg (1907–1909), Josef Heider (1909–1910), Heinrich Hermes (1910–1919), Friedrich Morlang und dessen Witwe (1919–1929), Richard Müller und dessen Ehefrau (1929–1930), Johann „Hans“ Stumpf (1930–1969) und dessen Tochter Katharina Müller geb. Stumpf (1969–1972).
Heinrich Hermes hatte dem Gasthaus den Namen Hotel „Zur Flora“ gegeben und den Festsaal Conzert & Ball-Haus „Zur Flora“ genannt. Durch Hans Stumpf wurde das Gasthaus in Haus Sonneck umbenannt.
Das Gasthaus war insbesondere bei den örtlichen Vereinen sehr beliebt. So nutzten es unter anderem der Turn- und Fecht-Verein, der Mai-Club, der Männergesangverein „Lebenslust“, der Radfahr-Verein Adler und die St. Antonius Schützenbruderschaft als Verkehrslokal.
Der nach dem Tod von Hans Stumpf (+ 1969) anderweitig genutzte Festsaal ist am 18.6.2023 durch einen Brand in seiner Substanz derart stark beschädigt worden, dass er wenige Wochen später vollständig niedergelegt werden musste. Bei den Löscharbeiten kamen die Niederpleiser Feuerwehrleute Magda Schmitz und Michael Winkelhoch zu Tode.
Daten
Karte
Referenz
Stadtarchiv Sankt Augustin, Bauakte: „Hauptstr. 28, Wohnhaus, Anbau, Küche, Stall, Abort/Pissoir, 1902“ (Stadtarchiv Sankt Augustin, BAU 114).
Stadtarchiv Sankt Augustin, Bauakte: „Hauptstr. 28 a, Tanzsaal, 1904“ (Stadtarchiv Sankt Augustin, BAU 115).
Stadtarchiv Sankt Augustin, Bauakte: „Hauptstr. 28 a, Herrichtung des bestehenden Tanzsaales, 1931“ (Stadtarchiv Sankt Augustin, BAU 3152).
Vogt-Werling, Marianne/Werling, Michael: Denkmalpflegeplan für die Stadt Sankt Augustin [=Stadtarchiv Sankt Augustin (Hg.): Geschichte in Sankt Augustin, Band 2], Sankt Augustin 2017, S. 105 und 544 f. (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S01C 2A).
Die genannte Literatur sowie weitere Informationen finden Sie im Stadtarchiv Sankt Augustin:



