Burg Menden

Geschichte

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Die erste Burg in Menden wurde um 1100 als Sitz des Rittergeschlechts „von Menden“ erbaut. Die Herren von Menden sind als Unterzeichner zahlreicher Urkunden belegt, was auf ihre Bedeutung in der Region schließen lässt. Die genaue Lage der ersten Mendener Burg ist heute unsicher. In der Schulchronik des Lehrers Mohr von 1860, heißt es “[…] in der Gasse neben dem Gastwirthe Theod[or] Braschos, wo die Enkel des Brodesser noch leben. Soll v. Hallberg gebaut haben, weil von jener Stelle die frühere Burg, das Haus Menden gestanden. Bei Bau jenes Hauses hat sich auch verschiedenes altes Mauerwerk in der Erde vorgefunden […]“ Stimmt diese Vermutung, lag die erste Burg im Bereich der heutigen Einmündung der Burgstraße in die Siegstraße.

1588 wurde die ursprüngliche Burg im Trusessischen Krieg von spanischen Soldaten aus Rache für den Mord an einem ihrer Soldaten in Brand gesetzt. Der damalige Burgherr bat den Siegburger Abt um Asyl.

In einer Karte von Theodoricus von der Wege aus dem Jahr 1646 wird Menden als Standort einer Burg vermerkt. Es gibt zudem Hinweise auf ein im 16. Jahrhundert erbautes, einstöckiges Herrenhaus mit einer Breite von 11 Fenstern. Aus den Jahren 1702/04 sind Auf- bzw. große Umbauten eines zweistöckigen und 9 Fenster breiten Herrenhauses am heutigen Burgstandort durch Freiherr Johann Caspar von Proff belegt.

1802 wurde die Burg beim Rückzug französischer Truppen erneut zerstört. Das Herrenhaus wurde jedoch offenbar wenig später wieder aufgebaut.

1855 erfolgte der Umbau des Herrenhauses zu einer Schule (Kosten 1600 Thaler). Ein linker Hand befindliches „Remisenhäuschen“ wurde etwa zur gleichen Zeit abgerissen. In der Zeit von 1873 bis 1875 entstand der „neue“ Schulbau rechts neben dem Herrenhaus der Burg (heute Kirchstr. 26). Als Schule blieb die Anlage bis 1970 in Nutzung.

1890 wurde in einem Teil des damaligen „Gutsgarten“ mit dem Bau der heutigen Mendener Kirche begonnen. Das ursprünglich ca. 120 Morgen (1 Morgen = 2.500 qm) umfassende Burggelände wurde im 19. Jahrhundert parzelliert und verkauft.

1979 erwarb die Katholische Kirchengemeinde St. Augustinus Menden die Burganlage. Bei Renovierungsarbeiten 1986/87 konnte festgestellt werden, dass das Untergeschoss und das westliche Obergeschoss aus Wolsdorfer Tuffstein bestehen, das östliche Oberschoss hingegen aus Feldbrandziegeln. Zudem fanden sich mehrere zugemauerte Fensternischen. Bei Bodenuntersuchungen konnten auf dem Gelände auch Gebäudereste aus dem 16. und 17. Jahrhundert nachgewiesen werden, jedoch fanden sind keine Hinweise auf eine frühere Wehranlage an diesem Standort.

Bei Betrachtung der bei den Umbauarbeiten entstandenen Pläne stellt man fest, dass man durch einen Unterirdischen „Kellergang“ zu dem Brunnen der Burg gelangte. Daraus wird sich die Sage um den unterirdischen Gang nach Pützchen entwickelt haben (Pütz bzw. Pützchen = Brunnen, Wasserloch). Heute wird das Gebäude als Pfarrzentrum der Katholischen Kirchengemeinde St. Augustinus genutzt.

Bearbeiter
Gudrun Burk

Daten

Bauzeit
errichtet ab 1802 (Vorgängerbau aus dem 17. Jahrhundet)
Strasse, Hausnummer
Kirchstraße 24

Karte

26, Kirchstraße, Menden, Sankt Augustin, Rhein-Sieg-Kreis, Nordrhein-Westfalen, 53757, Deutschland

Referenz

Quellen
Henseler, Paul: Die 'Alte Burg' in Menden/Sieg und ihre Besitzer. Ein Beitrag zur Ortsgeschichte von Sankt Augustin-Menden. Baustein zur Finanzierung der Bauarbeiten an der "Alten Burg" für ein Pfarrzentrum, Sankt Augustin-Menden ca. 1986 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI S22E Burg1A).
Henseler, Paul: Die Zerstörung von Burg und Dorf Menden im Jahr 1588 [=Stadtarchiv Sankt Augustin (Hg.): Sankt Augustin – Beiträge zur Stadtgeschichte, Heft 25), Siegburg 1996 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI S01B 25A).
Ortschronik Menden des Lehrers Christian Mohr als Teil der Schulchronik der Volksschule Menden, Band 1: 1868-1932 (Stadtarchiv Sankt Augustin, SC 18).
Fischer, Helmut/Hermann Joseph Roggendorf (Hg.): Heimatblätter des Rhein-Sieg-Kreises. Jahrbuch des Geschichts- und Altertumsvereins für Siegburg und den Rhein-Sieg-Kreis e.V., 54.-55. Jahrgang. 1986/87, Siegburg 1987 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI 12AH 054-055).
Heimat- und Geschichtsverein Neunkirchen-Seelscheid (Hg.): Das Archiv der Freiherren von Proff zu Irnich, bearbeitet von Hartmut Benz, Neunkirchen 2004 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI 11 Prof1).
Scheiffarth, Engelbert: Das Amt Menden, Siegburg 1964 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI S Sche2).

Die genannte Literatur sowie weitere Informationen finden Sie im Stadtarchiv Sankt Augustin: