Katholische Kapelle St. Maria Rosenkranzkönigin
Geschichte
Mangels eines eigenen Gotteshauses mussten die Bewohner Meindorfs zu Gottesdiensten und den meisten Glaubensriten noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Menden. Dorthin führte über den „Lichweg“ (=Leichenweg) auch der letzte Weg der Verstorbenen.
Mit dem Bau der Kapelle St. Maria Rosenkranzkönigin erfüllten sich die Meindorfer daher einen langgehegten Wunsch. Am 19.11.1905 wurde der St. Joseph-Kapellenbauverein gegründet. Am 27.12.1908 folgte der St. Elisabeth-Verein der Frauen, die Ausstattungen für die künftige Kapelle herstellten. Durch Geldsammlungen, Spenden und Stiftungen sowie die kostenlose Überlassung eines Baugrundstücks brachten die Einwohner Meindorfs genügend Mittel auf, um bereits 1909 eine konkrete Bauplanung in die Wege leiten zu können.
Die Architekten Stumpf aus Bonn und Schopp aus Siegburg legten Pläne vor. Die Baukosten wurden auf 15-16.000 Mark beziffert. Nach Veränderung der ursprünglichen Entwürfe durch Erzdiözesanbaurat Franz Statz wurde Anfang Dezember 1910 der finale Plan abgesegnet.
Erster Spatenstich war am 13.6.1911, die feierliche Grundsteinlegung am 23.7.1911. Nach dem zwischenzeitlichen gefassten Entschluss, auch die ursprünglich zurückgestellten Seitenschiffe zu bauen, reichten die Ende 1911 vorhandenen Finanzmittel von rund 15.200 Mark nicht mehr aus. So musste ein zusätzliches Darlehen von 10.000 Mark aufgenommen werden. Der Bau kostete schließlich mitsamt Inneneinrichtung rund 27.000 Mark, von denen rund 18.000 in sieben Jahren durch Spenden aufgebracht wurden. Getilgt wurde das Darlehen durch Spenden und Kollekten bis Ende 1919.
Die Erbauung und Inneneinrichtung der Kapelle wurden weitestgehend von lokalen Unternehmen ausgeführt. Lediglich die beiden Glocken wurden durch eine Gießerei in der Pfalz hergestellt. Die größere dieser beiden Glocken wurde am 17.6.1917 durch das Militär requiriert.
Die Weihe der Kapelle erfolgte am 28.4.1912, die des Altars erst am 2.5.1921.
Auch nach Fertigstellung der Kapelle musste weiter investiert werden: Erste Schäden am Mauerwerk ab etwa 1937 und am Dachreiter ab 1940 wurden notdürftig beseitigt. Ein neuer Altaraufsatz wurde 1942 beschafft. Die im Krieg zerstörten Fenster wurden in den 1950ern ersetzt, eine Orgel 1958 bestellt. 1972 beschloss man nach Feststellung neuerlicher größerer Mängel eine umfassende Sanierung, verbunden mit der Umgestaltung des Altarraumes nach den Vorgaben des Zweiten Vatikanums.
Die Beschaffung dreier neuer Glocken im Jahre 1992 und die damit verbundenen baulichen Überprüfungen ergaben neuerlichen Renovierungsbedarf. Ein 1995 bewilligter Zuschuss des Erzbistums ermöglichte notwendige Maßnahmen wie Trockenlegung der Fundamente, Neuverfugung des Mauerwerks und Neubau des Dachreiters anzugehen. Auch Teile der Inneneinrichtung wurden restauriert. Ein wesentlicher Anteil der Kosten wurde erneut vom Kapellenbauverein und der Kirchengemeinde aufgebracht. Seit 1991 steht die Kapelle unter Denkmalschutz.
Daten
Karte
Referenz
Hegel, Friedrich: Zur Pfarrgeschichte Menden (Rhld.), Bonn o.J. (1952), S. 71-72 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S08B Mend2A).
Henseler, Paul: Der Weinberg des Herrn. Die Geschichte der Kirche zum Hl. Augustinus und der Pfarre Sankt Augustin-Menden, Sankt Augustin 1985, S. 185-186 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S08B Mend3).
Henseler, Paul: Die Kapelle zur Rosenkranzkönigin in Sankt Augustin-Meindorf, in: Stadtarchiv Sankt Augustin (Hg.): Sankt Augustin – Beiträge zur Stadtgeschichte, Band 7, Sankt Augustin 1987, S. 50-59 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S01B 07A).
Henseler, Paul: Sankt Augustin-Meindorf und seine Kapelle zur Rosenkranzkönigin. Festschrift zur Weihe der Filialkirche vor 90 Jahren, herausgegeben vom St. Josephs-Kapellenbauverein Meindorf, Sankt Augustin 2002, S. 22-61 (Stadtarchiv Sankt Augustin, SGF 209).
Henseler, Paul: 100 Jahre Kapellenbauverein St. Joseph in St. Augustin-Meindorf, in: St. Josephs-Kapellenbauverein Meindorf (Hg.): 100 Jahre St. Josephs-Kapellenbauverein Meindorf e.V. Festschrift 1905-2005, S. 33-47 (Stadtarchiv Sankt Augustin, SGF 349).
Krämer, Peter: Meindorf - "mein Dorf". Ein kleiner Ausschnitt aus der großen Stadtgeschichte [=Stadtarchiv Sankt Augustin (Hg.): Sankt Augustin - Beiträge zur Stadtgeschichte, Band 18], Sankt Augustin 1993, S. 26-29 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI / S01B 18A).
Die genannte Literatur sowie weitere Informationen finden Sie im Stadtarchiv Sankt Augustin:


