Katholische Filialkirche St. Mariä Himmelfahrt

Geschichte

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Birlinghoven gehörte seit seiner Christianisierung zum Kirchspiel Stieldorf. 1871 wurde eine eigene Kapelle errichtet. Für den Bau übernahmen die Einwohnerinnen und Einwohner des Dorfes alle Kosten. Im Zuge der Kommunalreform 1969 wurde Birlinghoven nach Sankt Augustin eingemeindet, woraufhin die Kirchengemeinde 1972 in die Pfarrei St. Martinus Niederpleis aufgenommen wurde.

Der ursprüngliche schlichte Backsteinbau war einschiffig und durch Lisenen gegliedert mit einem Dachreiter, einem dreiseitigen Chorschluss Richtung Osten sowie lanzettförmigen Fenstern. Auf der Westseite befand sich ein Turm. Dort läutete man anfangs eine kleine, geliehene Glocke aus Stieldorf, bis 1925 drei zusätzliche neue Glocken beschafft werden konnten (das Dreiergeläut von 1925 wurde im Zweiten Weltkrieg vernichtet und 1960 durch ein neues ersetzt). Die älteste der vier Glocken stammt aus dem Jahr 1483.

In dem kleinen Gotteshaus, das auf den Namen „Mariä Himmelfahrt“ geweiht wurde, fanden nur ab und zu Gottesdienste statt. Diese wurden häufig vom Männerchor Birlinghoven feierlich gestaltet, der zum 50- und 75-jährigen Bestehen der Kapelle eine Gedenktafel für die Verstorbenen der Weltkriege stiftete. Erst 1907 erlaubte der Erzbischof von Köln, eine Heilige Messe an jedem Sonn- und Feiertag zu feiern. Seit dem Beginn der Corona-Pandemie wird die Kirche an mehreren Tagen pro Woche geöffnet. Zurzeit (2025) gibt es heilige Messen am Mittwochabend und am Sonntagmorgen. Auch der evangelische Gottesdienst an Heiligabend wird seit langem in dieser Kirche gefeiert, seit 2025 als ökumenischer Gottesdienst.

1932 wurde die Kapelle nach den Plänen von Karl Band/Köln um einen einschiffigen Kirchenraum mit einer Orgelempore und einem rechteckigen Chor mit darüber sitzendem Glockenhelm nach Norden hin erweitert. Als Fensterform wurde wiederum die Lanzettbogenform gewählt.

Auch der Erweiterungsbau erfolgte mit der Arbeit und dem Geld der Birlinghovener Bürgerinnen und Bürger. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mussten erhebliche Schäden beseitigt werden, woran sich die Dorfgemeinde erneut beteiligte. Bis heute gibt es den Marienverein, der um 1900 gegründet wurde und dem viele katholische Familien beitraten. Zweck des Vereins ist es, durch Beiträge, Spenden und Sammlungen das Gotteshaus würdig zu gestalten.

1965-1971 konnte eine generelle Instandsetzung und Neugestaltung ebenfalls unter der Bauleitung des Architekten Karl Band vorgenommen werden.
Zur Ausstattung: Die kleine Orgel wurde von der Firma Oberlinger erbaut und hat fünf Register. Außen im Westgiebel befindet sich eine Madonna mit dem Strahlenkranz. Im Inneren ist ein barockes Ölgemälde aus der Zeit um 1700 zu sehen, welches die Immaculata darstellt. Links und rechts neben dem Altar befinden sich eine Marienstatue und der Heilige Antonius, die Statue hinten links zeigt Josef als Zimmermann. Zwei Barockengel rahmen die Tafel für die Gefallenen ein. An den Wänden sieht man 14 Tontafeln, die im Pleistalwerk angefertigt wurden und den Kreuzweg Jesu darstellen.

Bearbeiter
Susanne Zornbach

Daten

Bauzeit
errichtet 1871, erweitert 1932, neugestaltet 1965-1971
Strasse, Hausnummer
Birlinghovener Straße 4a

Karte

St. Mariä Himmelfahrt, Theodor-Kurscheid-Straße, Birlinghoven, Sankt Augustin, Rhein-Sieg-Kreis, Nordrhein-Westfalen, 53757, Deutschland

Referenz

Quellen
Marianne Vogt-Werling, Michael Werling: Denkmalpflegeplan der Stadt Sankt Augustin [=Stadtarchiv Sankt Augustin (Hg.): Geschichte in Sankt Augustin. Band 2], Sankt Augustin 2017. S. 137, 138, 601 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI S01C 2A).
Michael Schliefer: Geschichte des Dorfes und Schlosses Birlinghoven [=Stadtarchiv Sankt Augustin (Hg.): Sankt Augustin – Beiträge zur Stadtgeschichte, Band 6]. Sankt
Augustin 1986, S. 26 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI S01B 06A).
Gerhard Hoffs, Glocken und Geläute im Erzbistum Köln, Glocken im Dekanat Siegburg/Sankt Augustin, Köln 2001, S. 41-45.
Dorfgemeinschaft Birlinghoven (Hg.): 900 Jahre Birlinghoven. Festschrift anlässlich des "900-jährigen Jubiläums", Sankt Augustin 2017, S. 97, 98 (Stadtarchiv
Sankt Augustin, SGF 573).
https://katholisch-sanktaugustin.de/gottesdienstekirchen/kirchen/kapelle-stmariae-himmelfahrt-birlinghoven/ Abgerufen am 25.11.2025.

Die genannte Literatur sowie weitere Informationen finden Sie im Stadtarchiv Sankt Augustin: