Fronhof Menden
Geschichte
Der Fronhof als Zentrum von Obermenden war ein Bauernhof, der von der Abtei St. Michael in Siegburg als Grundherrschaft in Eigenbewirtschaftung betrieben wurde. Das zweigeschossige Wohnhaus ist in seinen Bauteilen gut erhalten geblieben. Es handelt sich um ein traufständiges Fachwerkwohnhaus in Stockwerkbauweise mit traufseitigem Eingang und Satteldach. Das Gebäude ist teilweise unterkellert (Lehmboden). Das Obergeschoss kragt über den Schwellenkranz mit profilierten Balkenköpfen vor. Der Errichtungszeitraum des jetzigen Gebäudes kann auf die Mitte des 18. Jahrhunderts festgelegt werden. Am nördlichen Teil der vorderen Traufseite wurde etwas später ein zweigeschossiger Fachwerkanbau mit Zierfachwerk und Mansardwalmdach ergänzt. Die Rückseite zeigt im Erdgeschoss größere Reste von Bruchsteinwänden, die auf einen älteren Ursprung des Gebäudes verweisen könnten.
Die Hofanlage mit einer Gesamtfläche von 3,5 Morgen war früher von weiteren Wirtschaftsgebäuden und Gartenanlagen umgeben (vergl. Urkarte von 1826). Zum Hof gehörten damals 170 Morgen Ackerland und 120 Morgen Ödland.
Die Quellenlage zum Mendener Fronhof ist sehr spärlich. Die folgenden Informationen stammen aus dem Vortragsmanuskript „Der Fronhof in Menden“ von Engelbert Scheiffarth. Demnach saß im 11. Jahrhundert auf dem Obermendener Fronhof der bedeutendste Grundherr unserer Gegend, der Vogt Ludewicus.
Nach der Gründung des Klosters auf dem Siegburger Michaelsberg 1064 durch Anno, kam die Grundherrschaft Obermenden an die Vogtei Siegburg. Zur Zeit des Kölner Erzbischofs Engelbert unterstand der Mendener Fronhof vorübergehend dem Domstift. So hatte in den Jahren 1218 und 1221 Dudo von Menden die domstiftliche Verwaltung, doch bereits gegen Ende des 13. Jahrhunderts ist der Fronhof wieder abteilicher Besitz.
Bis zur napoleonischen Zeit verblieb die Gerichtsbarkeit für Obermenden wohl beim jeweiligen Halfen (Pächter) des Fronhofs, hier wird im Obermendener Nachbarbuch in der Abschrift von 1781 Matthias Heister als Fronhalfe aufgeführt.
Im Zuge der Säkularisation wurde der Fronhof 1818 mit mittlerweile rund 410 Morgen Land an den Siegburger Landrat Eberhard von Hymmen verkauft. Weitere Besitzwechsel folgten. So sind in alten Zeitungen von 1852 und 1857 konkursbedingte Versteigerungen nachzulesen. Die Witwe Hinterkeuser konnte als spätere Besitzerin aus finanziellen Gründen das Herrenhaus des Fronhofes nicht instand halten, so dass die Hofanlage samt Landbesitz und Wohnhaus verfiel.
In den 1980er Jahren wurde das Gebäude renoviert und modernisiert. Die Eintragung als Baudenkmal erfolgte 1985. Das Fachwerkhaus wird aktuell denkmalkonform saniert.
Daten
Karte
Referenz
Eintragungstext aus der Denkmalliste, Lokalisierung des Denkmals und Gutachten des LVR-Amts für Denkmalpflege vom 4. April 1989.
Vogt-Werling, Marianne/Werling, Michael: Denkmalpflegeplan für die Stadt Sankt Augustin [= Stadtarchiv Sankt Augustin (Hg.): Geschichte in Sankt Augustin, Band 2], Sankt Augustin 2017 (Stadtarchiv Sankt Augustin, BI, S01C 2A)
Zeitungsartikel „Burghaus und Gutshöfe im alten Dorfe Menden“, General-Anzeiger Bonn 3.11.2000, Stadtarchiv Sankt Augustin, PS 370.
Falliments-Anzeige, Bonner Zeitung vom 13.01.1852 und Versteigerungsanzeige, Anzeiger des Siegkreises vom 14.08.1857, Abruf über Zeitungsportal zeitpunkt.nrw 9.2025.
Die genannte Literatur sowie weitere Informationen finden Sie im Stadtarchiv Sankt Augustin:







