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Aktuelles

Stadtverwaltung setzt auf die ökologische Suchmaschine Ecosia

Ab sofort unterstützt die Stadtverwaltung Sankt Augustin die umweltfreundliche Suchmaschine Ecosia. Dazu wird Ecosia auf allen städtischen Arbeitsplatzrechnern als Standard-Suchmaschine eingerichtet.

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Fahrradspenden gesucht

Für die Geflüchteten in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) an der Alten Heerstraße in Sankt Augustin werden aktuell dringend Fahrradspenden gesucht. Fahrräder in allen Größen sind willkommen.

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Fragen und Antworten zum Coronavirus

Hier finden Sie häufig gestellte Fragen und Antworten zum Coronavirus. Diese Übersicht wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen.

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Allgemeinverfügung aufgehoben: Keine Maskenpflicht im Unterricht an den Grundschulen mehr

Sankt Augustin – Am Mittwoch, 2. Dezember 2020 wurde die im November erlassene Allgemeinverfügung aufgehoben. Die getroffenen Regelungen, insbesondere die Maskenpflicht während des Unterrichts für Grundschüler, gelten ab sofort nicht mehr. Grund für die Aufhebung der Allgemeinverfügung sind die niedrigen Infektionszahlen an den Grundschulen.

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Bürgermeister Max Leitterstorf unterstützt virtuellen Weihnachtsmarkt der Elterninitiative krebskranker Kinder

Die Elterninitiative krebskranker Kinder Sankt Augustin e. V. (EKKK) hat einen coronakonformen Weihnachtsmarkt ins Leben gerufen. Bürgermeister Max Leitterstorf besuchte die Vorstandsvorsitzende des Vereins Manuela Melz. Ausdrücklich unterstützt er die Aktion, mit der Geld für die wichtige ehrenamtliche Arbeit der Elterninitiative erzielt werden soll.

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Alle Jahre wieder

Auch in diesem Jahr ziert ein großer geschmückter Weihnachtsbaum den Karl-Gatzweiler-Platz im Herzen von Sankt Augustin. Schüler der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) Max und Moritz aus Menden übergaben den Baum jetzt coronakonform an Bürgermeister Max Leitterstorf und damit der Bürgerschaft.

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Stadt Sankt Augustin beteiligt sich am Label „StadtGrün naturnah“

Grünflächenstrategie für ein artenreiches und vielfältiges Stadtgrün

Seit einem Jahr nimmt die Stadt Sankt Augustin am Labelverfahren „StadtGrün naturnah“ teil. Die aktuellen Herausforderungen Insektensterben und Klimawandel und die Möglichkeit, im Rahmen einer fachlich begleiteten Struktur an einer nachhaltigen Freiflächenentwicklung zu arbeiten, gaben den Ausschlag für die Teilnahme. Der Erste Beigeordnete Rainer Gleß und Sandra Paul vom Büro für Natur- und Umweltschutz stellten jetzt den Label-Prozess und die damit verbundene Grünflächenstrategie vor.

Sandra Paul (Büro für Natur- und Umweltschutz) und der Erste Beigeordnete Rainer Gleß präsentieren Samentütchen für 1 Quadratmeter Blühwiese.

Sankt Augustin ist eine von bundesweit 15 Kommunen, die 2019 vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ und der „Deutschen Umwelthilfe“ für die Teilnahme an dem Labeling-Verfahren ausgewählt wurde. Mit dem Label zeichnet das Bündnis kommunales Engagement auf innerstädtischen Grünflächen zur Förderung der biologischen Vielfalt aus.

Das Verfahren begann im Januar 2019 mit einer Bestandserfassung aller bisherigen Aktivitäten für ein naturnahes Stadtgrün in Sankt Augustin. Daraus wurde ein Maßnahmenplan mit zukünftigen Grundsätzen und Projekten für mehr naturnahes Stadtgrün entwickelt. Bestandserfassung und Maßnahmenplan bilden die Bewertungsgrundlage im Labeling-Verfahren und münden schließlich in eine Grünflächenstrategie.

Das Labeling-Verfahren wurde durch eine lokale Arbeitsgruppe aus Vertretungen der Stadtverwaltung gemeinsam mit der Biologischen Station Rhein- Sieg e.V., Stiftung Rheinische Kulturlandschaft bzw. Flächenagentur Rheinland, BUND Kreisgruppe Rhein-Sieg, NABU Rhein-Sieg, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Natur Art Gartengestaltung und verschiedenen fachkundigen Bürgern begleitet. Die Arbeitsgruppe soll auch die zukünftige Umsetzung der Maßnahmen begleiten.

In der Bestandserfassung wurden der kommunale Grünflächenbestand, die dafür zur Verfügung stehenden Ressourcen, praktizierte Pflegegrundsätze sowie bereits umgesetzte Maßnahmen in der Grünflächenunterhaltung, Interaktion mit der Bürgerschaft sowie Zielsetzung und Rahmenplanung zusammengestellt.
Als verfügbare Fläche wurden ca. 192,2 ha innerstädtische bzw. siedlungsnahe Grün- und Freiflächen festgestellt. Davon entfallen ca. 86 ha auf den kommunalen Wald und ca. 44 ha auf Ausgleichsflächen bzw. Natur- und Artenschutzmaßnahmen. Die restlichen Flächen sind Grün- und Parkanlagen, Friedhöfe, Straßenbegleitgrün, Freiflächen an öffentlichen Gebäuden und Spielplätze.
Zu den bisherigen Aktivitäten zählen die Maßnahmen im Bereich Grünflächenunterhaltung, zahlreiche Natur- und Artenschutzmaßnahmen und die Entwicklung artenreicher Wiesenflächen.
Für die Bürgerschaft gibt es zahlreiche Angebote, wie beispielsweise Grünpatenschaften, die Veranstaltungen im Umweltprogramm und Kooperationen mit Einrichtungen und Initiativen.
Zielsetzungen und Rahmenplanungen werden im Stadtentwicklungskonzept 2025 und im Integrierten Klimaschutzkonzept planerisch dargestellt. Zu beachten sind die Landschaftspläne 6 und 7 und der Flächennutzungsplan.

Auf der Bestandserfassung bauen folgende Maßnahmen auf, mit denen sich Sankt Augustin zugunsten eines naturnahen Stadtgrüns weiterentwickeln möchte:
Das Straßenbegleitgrün soll sich nachhaltig und artenreich entwickeln, mit dem Ziel einer abgestimmten, extensiven Flächenbewirtschaftung. Dabei soll gleichzeitig die Biodiversität erhöht werden. Angewendet wird hierbei der von der Verwaltung erarbeitete „Leitfaden zur Neuanlage/Umwandlung von Pflanzflächen im Straßenbegleitgrün“.
Die Interaktion mit der Bürgerschaft soll u. a. durch den Ausbau von Kooperationen mit lokalen Initiativen, die sich für die biologische Vielfalt im Stadtgebiet einsetzen, intensiviert werden. Die Aufklärung/Akzeptanzwerbung in der Bevölkerung soll durch verschiedene Beratungs- und Informationsangebote verstärkt werden.

Grünflächenstrategie Sankt Augustin

Sandra Paul (Büro für Natur- und Umweltschutz) an einem Beet neben der Mobilstation im Zentrum.

In Anbetracht der aktuellen Herausforderungen an das Stadtgrün arbeitet das Büro für Natur- und Umweltschutz verstärkt an einer nachhaltigen Freiflächengestaltung. Hier spielen z. B. die Verwendung heimischer Arten, die Reduzierung des Pflegeaufwandes bei gleichzeitiger Verbesserung des Erscheinungsbildes und begleitende Akzeptanzförderung für naturnah gepflegte Flächen eine wichtige Rolle.
Häufig sind es kleine, kostengünstige Maßnahmen, wie die Auswahl des Saatgutes oder der Gehölze, zeitliche Umstellungen im Pflegerhythmus, das Belassen von Naturmaterialien in Grünanlagen etc. die zu einer größeren Artenvielfalt beitragen.
Gleichzeitig soll die Öffentlichkeit durch eine gezielte Aufklärungsarbeit, wie sie u.a. durch das Umweltprogramm seit Jahren betrieben wird, informiert und sensibilisiert werden.

Beispielhafte Maßnahmen der Grünflächenstrategie:

Vielseitiges Straßenbegleitgrün Rathausallee
Der in der Rathausallee vorhandene Baumbestand aus Platanen soll erhalten werden. Die derzeitigen Pflanzungen (artenarme, lückenhafte Bodendeckerflächen mit hohem Pflegeaufwand) sollen zurück gebaut und durch eine artenreiche Ansaat mit einer regionalen Blühwiesenmischung und Geophyten ersetzt werden. Die Freifläche vor dem Rathaus und zwei Kreisverkehre in der Rathausallee sollen mit einer standortgerechten Staudenmischpflanzung angelegt werden. Insgesamt umfasst dies eine Fläche von 1.800 m².

Die Umsetzung erfolgt in drei Bauabschnitten:

  • 2019 Bodenvorbereitung in Teilbereichen (im Oktober realisiert)
  • 1. BA: 2020 Ansaat mit regionaler Blühmischung und Geophyten zwischen der Südstraße und der Straße Im Spichelsfeld, Staudenmischpflanzungen in zwei Kreisverkehren, Kosten ca. 61.200 Euro brutto
  • 2. BA: 2021 Der Bereich zwischen Technischem Rathaus und Parkhaus: Staudenmischpflanzung. Einsaat der Blühstreifen und Geophyten zwischen Im Spichelsfeld und Siegburger Straße, Kosten ca. 92.400 Euro brutto
  • 3. BA: 2022 Bepflanzung des Mittelstreifens mit einer Staudenmischpflanzung
  •  Kosten ca. 141.800 Euro brutto

Die Umgestaltung der Rathausallee wurde im Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss am 20. November 2019 beschlossen

Förderung der naturnahen Waldbewirtschaftung
Sankt Augustin gilt mit ca. 12 Prozent Waldbestand (86 ha Stadtwald zzgl. Privatwaldflächen) als waldarme Kommune. Umso höher ist die Bedeutung des Waldes für die Erholung der Menschen, als Klimaregler und als Lebensraum.
Die Arbeitsgruppe hat die Schaffung von Naturwaldparzellen vorgeschlagen, in denen sich der Wald natürlich entwickeln kann.
Der Umbau der Nadelholzbestände in Laubmischwälder erfährt derzeit, infolge der heißen, trockenen Sommer und der Schäden, die der Borkenkäfer anrichtet, eine Beschleunigung in der Umbauphase.
In der Waldpflege werden u. a. Pflegemaßnahmen durch Durchforstung und Anpflanzungen mit heimischen, standorttypischen Laubbaumarten durchgeführt.
Übergeordnetes Ziel der Waldentwicklung ist eine Waldmehrung durch Flächenankäufe. Für die Unterhaltung des Stadtwaldes steht ein Budget von 15.000 Euro jährlich zur Verfügung.

Aufklärung/Akzeptanzwerbung
Extensiv gepflegte Grünflächen wirken auf den Bürger manchmal „ungepflegt“, wenn sie verblüht und nur noch trockene Rispen oder Halme von einer üppigen Blüte übrig sind. Aber gerade diese Strukturen haben einen hohen ökologischen Wert als Überwinterungsmöglichkeit für Insekten oder Nahrungsquelle für Vögel.
Die Bedeutung dieser Flächen gilt es zu vermitteln um für Akzeptanz zu werben. Das Gleiche gilt für die Förderung der Artenvielfalt in den privaten Gärten. Ein Schottergarten ist kein Lebensraum und nur vermeintlich pflegeleicht.
Mögliche Maßnahmen zur Akzeptanzverbesserung sind z. B. das Verteilen von Samentütchen mit städtischem Layout für 1 m² Blühwiese, Verteilen des Flyers „Grün statt Grau“ an Grundstücksbesitzer, die Vorstellung von „Bewohnern“ von Blühwiesen z. B. „Insekt des Monats“ und Beratung für eine naturnahe Gestaltung von Gärten im Büro für Natur- und Umweltschutz.

Für die Vermittlung von Inhalten zur Biodiversität wurde seitens der Politik ein Budget von ca. 8.000 Euro für die Haushaltsjahre 2020 und 2021 bereitgestellt.

10. Februar 2020