Bürgerinnen und Bürger entwickeln gemeinsam mit der Stadt zwei naturnahe PikoParks in Sankt Augustin

Was passiert, wenn Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen und gemeinsam etwas gestalten? Sie erschaffen nicht nur Modelle – sie schaffen echte Orte der Begegnung und Vielfalt.

Die Stadt Sankt Augustin plant in den Stadtteilen Niederpleis und Hangelar zwei sogenannte PikoParks. „Piko“ (abgeleitet von it.„Piccolo“, klein) deutet an, dass es sich um „kleine Parks“ handelt. Diese naturnah gestalteten Grünflächen werden gezielt entwickelt, um die Biodiversität zu fördern, als Kohlenstoffsenken zu wirken und die Aufenthalts- sowie Lebensqualität vor Ort und im Wohnumfeld deutlich zu verbessern. Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ vom Bund gefördert; die Bürgerbeteiligung wird vom Wissenschaftsladen Bonn (WILA) durchgeführt.

An den zukünftigen PikoPark-Flächen hat die Stadt Sankt Augustin nun gemeinsam mit dem WILA Bonn  Gestaltungsworkshops durchgeführt – mit tatkräftiger Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Ziel ist es, aus den Flächen wertvolle Aufenthaltsorte zu gestalten, die Natur, Spiel und Gemeinschaft verbinden.

Vielfalt der Ideen – trotz unterschiedlicher Wetterbedingungen

Die Workshops zeigten: Kreativität lässt sich nicht vom Wetter bremsen.

Auf der offenen Wiesenfläche in Hangelar (Kapellenstraße), die bisher kaum genutzt wurde, entwickelten die Teilnehmenden bei Wind und Regen mit Naturmaterialien und Modellkästen Visionen für Sitzplätze, Blumenwiesen, Spielbereiche sowie Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleintiere.

Auf der Fläche des ehemaligen Spielplatzes in Niederpleis (Ignatiusstraße) entstanden bei Sonne und hohen Temperaturen – gestärkt durch Eis zur Erfrischung – Ideen für Schattenplätze und naturnahe Gestaltungselemente. Besonders hier gab es zunächst Bedenken, dass der Spielplatz und damit die Spielmöglichkeiten für Kinder wegfallen könnten. Diese Sorgen konnten im Workshop ausgeräumt werden: Ein PikoPark bietet mit seinen vielfältigen Gestaltungselementen nicht nur Raum zum Erholen und für soziales Miteinander, sondern auch für neue Spielideen und Naturerlebnisse für Kinder.

Vom Workshop zur Umsetzung

Der WILA Bonn hat die gesammelten Ideen gebündelt und zu einem klaren Konzept zusammengefasst, das nun in die weitere Planung der Stadt Sankt Augustin übergeht. Die städtische Grün- und Freiraumplanung darf nun mit ihrer Arbeit beginnen; die Planvorstellung wird im Herbst stattfinden.

„Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmenden, die mit ihrer Energie und ihren Ideen maßgeblich zur Gestaltung dieser wertvollen Aufenthaltsorte beigetragen haben!“, so Corinna Kolks, Klimaschutzmanagerin der Stadt Sankt Augustin.

Denn: Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen mit anpacken.

 

Foto: Wissenschaftsladen Bonn