Ziel und Inhalt des Vorhabens
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40% unter das Niveau von 1990 zu senken. Um dieses Ziel zu erreichen, muss in allen Bereichen nach Energieeinsparpotenzialen gesucht und diese dann realisiert werden. Ein großes Augenmerk wird auf die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden im Bestand gelegt, da hier durch fachgerechtes Sanieren bis zu 80% der für Heizung, Warmwasser und Licht benötigten Energie eingespart werden kann.
Um Anreize für die energetische Sanierung zu schaffen, wurden von daher vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Zuge der Klimaschutzinitiative verschiedene Förderprogramme aufgelegt, von denen einige auf die Träger von öffentlichen Einrichtungen abzielen.
Die Stadt Sankt Augustin (ca. 57.000 Einwohner) besitzt und unterhält eine große Zahl von Gebäuden, die öffentlichen Zwecken dienen. Hierzu zählen unter anderem 9 Grundschulen, 7 weiterführende Schulen, derzeit 3 Schwimmbäder, 1 Rathaus, Sporthallen, Friedhofgebäude, Jugendzentren etc. Die Gebäude sind im Durchschnitt 20-40 Jahre alt und entsprechend liegt ihre energetische Qualität in viele Fällen weit unter den heutigen Ansprüchen und potenziellen Möglichkeiten.
Die Stadtverwaltung hat sich vorgenommen, die Potenziale zur Einsparung von Energie und zur Verringerung des CO2 – Ausstoßes bei den städtischen Gebäuden aufzudecken und in einem weiteren Schritt durch geeignete Aktivitäten auszunutzen. Am 8. Mai 2007 wurde die Verwaltung in der Sitzung des Umweltausschusses beauftragt, ein lokales Klimaschutzkonzept Sankt Augustin zu erarbeiten. In diesem Rahmen werden nun die o.g. Fördergelder genutzt, um im städtischen Gebäudebestand Energie und CO2 einzusparen.
Hierfür werden zunächst sowohl die Gebäudetechnik als auch die Bauphysik aller städtischen Gebäude untersucht. Folgende Anlagen bzw. Bereiche werden betrachtet:
Für jedes Gebäude sollen Maßnahmen aufgezeigt werden, die zur Einsparung von Energie führen. Dies sind in erster Linie Technik- und Anlagenoptimierungen (Sanierungen, Reparaturen, Renovierungen), aber auch Betriebsoptimierungen wie z.B. die Anpassung der Betriebszeit der Heizungsanlagen an den Bedarf, organisatorische Verbesserungen oder Änderungen im Nutzerverhalten. Die Maßnahmen werden unter Angabe des notwendigen Aufwands (Investitionskosten) und der Amortisationszeit beschrieben und in einer Prioritätenliste zur Umsetzung vorgeschlagen.
Darüber hinaus werden die Dächer der städtischen Gebäude hinsichtlich ihrer Eignung für Photovoltaikanlagen geprüft. Hierdurch soll ein Kataster geschaffen werden, das als Grundlage für eine Solardachbörse dient. Zudem werden derzeit für alle zu untersuchenden Gebäude die erforderlichen Energieausweise erstellt, die Aufschluss über die aktuelle energetische Qualität geben.
Im Ergebnis stellen die beschriebenen Untersuchungen ein umfassendes Teilkonzept zur Energieeinsparung in den städtischen Gebäuden dar, dessen Umsetzung in einer nächsten Phase schrittweise erfolgen soll und dazu verhilft, das Klimaschutzziel der Bundesregierung zu erreichen, nämlich die Verringerung des Treibhausgasausstoßes bis 2020 um 40%.
Beteiligte Partner
Federführend für den Prozess der Erstellung eines Klimaschutzkonzepts ist eine durch den Rat der Stadt Sankt Augustin beauftragte Arbeitsgruppe.
Der bisher verwaltungsintern besetzten Arbeitsgruppe unter Leitung des Ersten Beigeordneten und koordinierender Unterstützung des Büros für Natur und Umweltschutz gehören Vertreter der Bereiche Stadtplanung, Gebäudemanagement, Jugend- und Schulverwaltung, Wirtschaftsförderung, Bauordnung, Tiefbau, Bauhof und Stadtentwässerung an.
Bereits Ende 2007 konnte der durch die Arbeitsgruppe erstellte „Fahrplan für den Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Sankt Augustin“ vorgestellt werden. Es handelt sich dabei um ein Rahmenkonzept und Arbeitsprogramm für den lokalen Klimaschutz der Stadt Sankt Augustin.
Die Verwaltung wurde durch die politischen Gremien beauftragt, mit der benannten Projekt- und Arbeitsgruppe auf der Grundlage des erstellten „Fahrplans“ die Klimaschutzarbeit für die Stadt fortzusetzen.
Als Kooperationspartner eingebunden ist infolge des Beitritts der Stadt 2008 zum European Energie Award auch die Fachberatung der Energieagentur NRW.
Für das Klimaschutzteilkonzept zur Untersuchung der städtischen Gebäude erhielt das Ingenieurbüro Energiecontrol aus Angelbachtal den Auftrag.
Die Projektgruppe „Lokaler Klimaschutz“ wird die diesbezüglichen Untersuchungen und folgenden Maßnahmen begleiten und die Fachausschüsse in regelmäßigen Abständen im Rahmen öffentlicher Sitzungen über den Fortgang informieren. Die in einem Zeitplan aufgeführten Sitzungstermine der Projektgruppe und der politischen Gremien liegen im März, April, Mai, Juni, August, September, Oktober und November 2009.
Die Öffentlichkeit war bisher im Rahmen der Erstellung des „Fahrplans für den Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Sankt Augustin“ (Einbindung der Nutzergruppen durch Gesprächsrunden, der größeren örtlichen Gewerbebetriebe sowie der Fachverbände) und durch die Präsentation des Konzepts im Dezember 2007 beteiligt.
Die Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen des begonnenen Klimaschutzteilkonzeptes ist als Informationsveranstaltungen, Anregungsworkshops und Ergebnispräsentation insbesondere für die einzelnen Nutzergruppen der zu untersuchenden Gebäude, jedoch bei den öffentlichen Sitzungen auch für alle Bürgerinnen und Bürger, vorgesehen. Die zeitlichen Schwerpunkte der insgesamt ca. 12 bis 14 Teilveranstaltungen liegen im Juni und im Oktober 2009
Projektdauer:
Die Laufzeit der Projektarbeit der Arbeitsgruppe „Lokaler Klimaschutz“ zur Erstellung und Umsetzung eines ganzheitlichen Klimaschutzkonzepts ist in Anlehnung an den Zeitraum zur energietechnischen Qualifizierung der Stadt Sankt Augustin im Sinne des European Energie Awards vorerst auf 4 Jahre ausgelegt.
Die Arbeiten zum geförderten Klimaschutzteilkonzept der Untersuchung der städtischen Gebäude haben am 15. April 2009 begonnen und sollen am 30.11.2009 abgeschlossen sein.
Fördergeber:
Das Klimaschutzteilkonzept zur Ermittlung der Energieeinsparpotenziale in den städtischen Gebäuden ist Förderprojekt des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit www.BMU.de
Bei der Durchführung, Bewertung sowie Koordinierung des Konzepts wird die Stadt Sankt Augustin durch den beauftragten Projektträger Jülich, das Forschungszentrum in Jülich www.fz-juelich.de/ptj begleitet.
Das Sankt Augustiner Projekt wird dort unter dem Förderkennzeichen 03KS0271 geführt.