Bürgerinformationsveranstaltung zum Grünen C am 24.05.2012

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Straßensperrung: Richthofenstraße

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Bundesfreiwilligendienststellen zu besetzen

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Kindereinträge im
Reisepass der Eltern

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Bildungs- und Teilhabepaket  

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Lehrkraft für das Fach Violine

Mülldorf

In der Gemarkung Siegburg-Mülldorf lässt sich auf der höher gelegenen Terrasse südlich des Friedhofs an der Bonner Straße durch Urnenfunde aus der Hallstattzeit (500 v. Chr.) eine Besiedlung nachweisen. Eine Ansiedlung in die durch Anschwemmung fruchtbare Siegniederung war erst möglich, nachdem der unruhige und schnell aufbrausende Fluss sein Bett gefunden hatte und es durch den Menschen gefestigt wurde.

Die ersten germanischen Siedlungsvorstöße in unserem Raum durch eine kulturell eigenständige Bevölkerung, die Sigamber, die sich der keltischen Sprache bedient, zeichnen sich im 1. Jahrhundert vor Christus ab. Die römische Garnison im linksrheinisch gelegenen Bonn wusste die Weidegründe der Siegniederung, wie ein römischer Grenzsteinfund an der Sieg in der Gemarkung Nieder-Menden beweist, zu schätzen. Erst durch die fränkische Landnahme im 8./9. Jahrhundert kam es an der Sieg zur Gründung von Einzelhofanlagen. Durch Bevölkerungszunahme im 10. bis 12. Jahrhundert wuchsen die Einzelhöfe und bildeten somit die Grundlage zum Ortsbild.

Durch einen Streit zwischen Pfalzgraf Heinrich und dem Kölner Erzbischof Anno II ging der Siegburger Besitz des Pfalzgrafen an Anno II über, der auf dem weithin sichtbaren Michaelsberg ein Benediktiner-Kloster gründete.

Lindenhof

In einer Urkunde um 1075, womit Anno II die Gründung des Siegburger Benediktiner-Klosters bekundet, seinen Besitz aufführt und seine Rechtsstellung festlegt, wird zum ersten Mal Mülldorf als Mulindorf erwähnt. Diese Landstiftung für Mülldorf betrifft wohl den abteilichen Besitz. Um eine bessere Versorgung der Mönche und Brüder auf dem Michaelsberg geht es in einer Urkunde von 1121, wo eine Mühle in Siegdorf (et molendino in Sigisdorp) erwähnt wird. Wo die Mühle, die den Dorfnamen prägte, sich befand, bleibt noch zu erforschen. In den nachfolgenden Jahren wird Mülldorf in unterschiedlicher Schreibweise (Mullendorp, Moelendorp, Oeckmüllendorp) in vielen Urkunden bei Stiftungen und Verpachtungen erwähnt.

Die bäuerliche Bevölkerung im frühen Mittelalter bildete eine geschlossene Gemeinschaft mit eigener Rechtssatzung, die in den Nachbarbüchern ihren Niederschlag fand. Eine Aufnahme in die Dorfgemeinschaft machte man allerdings von Bedingungen abhängig, denn das Nachbarrecht kannte keine Niederlassungsfreiheit. Eine Lebens- und Friedensordnung war der dörflichen Gemeinschaft sehr wichtig.

Die französische Revolution und die Befreiungskriege Anfang des 19. Jahrhundert hinterließen ihre Spuren. Der Regierungsbezirk Köln fällt in einer Gebietsaufteilung innerhalb des deutschen Staatenbundes an Preußen. In einer Übersicht des Regierungs-Bezirkes Köln von 1816 wird im Kreis Siegburg, Bürgermeisterei Menden, Pfarrei Niederpleis die Ortsbezeichnung Siegburg-Mülldorf mit Dorf und einer Seelenzahl von 240 angegeben.

Große Erfindungen dieser Zeit förderten die Industrialisierung und begründeten ein schnelles Wachstum der dörflichen Gemeinschaft.

Mülldorf, kurz vor dem Siegübergang nach Siegburg entstanden, ebenfalls an der verkehrsmäßig wichtigen Verbindungsstrecke Bonn Siegburg 1844 als befestigte Chaussee ausgebaut expandierte nach allen drei Seiten hin, wo es ihm möglich war.

Seit 1815 gehörte Mülldorf zur Bürgermeisterei Menden. Bereits 1867 bemühten sich einige Einwohner der Zange, die bis dahin zu Mülldorf gehörte, um eine Eingemeindung nach Siegburg. Dies wurde am 01.07.1906 mit Erfolg gekrönt und umgesetzt.

Hingewiesen sei auf die katholische Pfarrkirche St. Mariä Heimsuchung. Sie entstand 1938 als die letzte, die unter nationalsozialistischer Herrschaft im Deutschen Reich genehmigt und gebaut wurde.


(Quellen: Heinz Daufenbach: Chronik des Männer-Gesang-Verein Sängerlust 1868 e.V. Sankt Augustin-Mülldorf; Stadtarchiv Sankt Augustin)